Grünspan: „Hinter uns die Sintflut - Und dann? Was ist das - Zuhause?“

Datum: 25.07.2020  - 25.07.2020
Veranstaltungsort: Haus Grünspan, Feffernitz

Ausstellung Bildender Kunst:

„Hinter uns die Sintflut - Und dann? Was ist das - Zuhause?“

mit

Anatoliy Babiychuk, Lisa Großkopf, Alexander Hinterlassnig, Val Wecerka

 

Eröffnung am Samstag, 30. Mai 2020, 19.00 Uhr

Zur Ausstellung spricht: DI Margot Fassler, Obfrau des Kunstvereins Grünspan

Eröffnung: Josef Haller, Bürgermeister der Gemeinde Ferndorf

Musikalische Gestaltung: Ossy Pardeller, Gitarrist und Komponist, geboren in Bozen, lebt in Wien, schreibt Theatermusik für Volkstheater Wien, Landestheater Salzburg, Drama X Wien, Komödienspiele Porcia u.v.a.

Die KünstlerInnen sind anwesend!

 

Ausstellung geöffnet von Sonntag, 31. Mai bis Samstag, 25. Juli 2020

Freitag bis Sonntag von 16.00 bis 19.00 Uhr

Nach Voranmeldung von Schulklassen wird auch vormittags geöffnet!

 

Finissage, Samstag, 25. Juli 2020 um 20.00 Uhr; Eintritt: 10,00 € mit

Bratko Bibič - Akkordeon & Dedley Woodleybears (A/CZ): Paul Schuberth - Akkordeon, Victoria Pfeil - Saxophon, Tomaš Novak - Violine

 

Preise Ausstellung:

Eintritt: 3.- €/ Kinder/SchülerInnen  – 18: gratis

Führung: 2.- €/ Kinder/SchülerInnen – 18: gratis

 

Impressum/Ausstellungsort:

Grünspan – Plattform für Kunst und Kultur im Drautal

Drautalstraße 5

9710 Mühlboden/Feffernitz

 

Kontakt:

DI Margot Fassler, Obfrau des Kunstvereins Grünspan

Mobil: 0676/ 70 22 675

Mail: info@gruenspan.org

Web: http://www.gruenspan.org/
         

Hintergrund der Ausstellungsreihe:

Ein „Open Call“ des Hauses Grünspan vom März 2019, der an  die Absolventinnenverbände der Akademie der Bildenden Künste, „die Angewandte“ und die Universität für Kunst und Gestaltung Linz erging, richtete sich an junge KünstlerInnen mit abgeschlossener Kunstausbildung, die Interesse an einer Ausstellungsbeteiligung im Haus Grünspan haben und sich in ihrem Werk den gegenwärtigen Herausforderungen unserer Zeit aus einer kultur- wie gesellschaftskritischen Perspektive widmen.

 

Zur Ausstellung:

„Hinter uns die Sintflut - Und dann?“

Peter Sloterdijk lässt sein 2014 erschienenes Werk „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“[1] mit Madame de Pompadour beginnen: sie habe die Neuzeit mit dem folgenden bedeutenden Satz eingeleitet: „Hinter uns die Sintflut!“

Mit dieser verinnerlichten Haltung hätten die neuzeitliche Menschheit eine Nabelschnur durchtrennt, die Nabelschnur zu ihren eigenen Kindern. „Hinter uns die Sintflut“ bedeutet nichts weniger, als es zu riskieren, dass die Sintflut über die Nachkommenschaft kommen kann.

Wurde im Rausch des sich selbst um die eigene Achse Drehens (rasender Stillstand im Gegenwärtigen) der Verbund zwischen den Generationen als Bezugnahme zu Vergangenem (den Vorfahren) und Projektion in die Zukunft (in Richtung der Nachfahren) einem unverbundenen Monaden-Dasein geopfert?

 

„Was ist das - Zuhause?“

Der Titel ist inspiriert durch die Künstlerin Val Wecerka und ihren Werktitel „What is home?“, die in dieser Ausstellung im Haus Grünspan vertreten sein wird. 

„Was ist das …?“ weist darauf hin, was den eingereichten Positionen wie ein roter Faden oder eine neue DNA immanent ist: die Frage nach dem Verlust jener menschlichen Tradition, die Nachkommen mit gültigem Wissen über Lebenszusammenhänge versah, solange dieses Wissen von der nächsten Generation als wertvoll respektiert und für das eigene Leben verwertet werden konnte.

Mit der Reduktion der Halbwertszeit jeglichen Wissens auf momentane Zeitfenster geht den Generationen zunehmend die Möglichkeit verloren, sinnstiftendes kulturelles Wissen zu tradieren und einander dadurch dauerhaft und werthaltig zu vernetzen, im Sinne einer Geschichtsbildung über eine historische Verwurzelung über Generationen und damit Lebenszeiten hinweg.

Geschichte schreibt im beginnenden 21. Jahrhunderts der momentane Medienhype, der sich als Blase, Cloud...bezeichnen lässt.

 

Ausstellung I beleuchtet geografisch - historische Grenzen menschlicher Sozialisation. Das „selbst“ nach innen und das „Selbstbild“ nach außen, die sich nicht nur am „Wer bin ich?“ sondern auch am „Woher komme ich?“ und „Wohin gehe ich?“ zu orientieren suchen. 

 

KünstlerInnen:

Alexander Hinterlassnig:

„In Fortführung an meine Diplomarbeit, in der ich die Geschichte meines Heimatortes Arriach - die Verfolgung und Vertreibung der Protestanten - zum Thema nahm, ist es mein Anliegen, an diesem Ort weiter zu arbeiten und zu forschen.“ Geboren 1987 in Villach, lebt in Arriach.

 

Anatoliy Babiychuk:

„In der früheren UdSSR waren Bushaltestellen individuell gestaltet, häufig anhand von Mosaiken. Die Motive variieren von Working Class Heroes über Mütter mit Kindern bis zu abstrakten Darstellungen.“ Geboren 1975 in Sosnivka, Ukraine (früher UdSSR), lebt und arbeitet in Wien.

 

Lisa Großkopf:
„In den vergangenen Jahren habe ich an einigen Artist in Residence Programmen teilgenommen.
Eine der Arbeiten heißt I should quit smoking. Der Wasserball wird zum Symbol eines Work-Life-Blendings in der globalisierten Kunstwelt.“ Geboren 1989 in Wien, lebt und arbeitet in Wien.

 

Val Wecerka:

„What is home? Ich bin am schwarzen Meer geboren, kam 1992 nach Wien. Die einzige Möglichkeit, mit meinen Eltern zu kommunizieren, war, Briefe zu schreiben. Buchstaben werden zu Mustern.“ Geboren 1973 in Burgas, Bulgarien, lebt und arbeitet seit 1992 in Wien.

 

[1]Die schrecklichen Kinder der Neuzeit, Peter Sloterdijk; Suhrkamp Verlag Berlin 2014; Seite 31ff.

Gesellschaft der Praxis (Webbank, Schiff, Bücherträger) | 2016, Fichte, Linde, Messing, Bucheinbände, Installation ca. 300 x 400cm; Alexander Hinterlassnig @  Alexander Hinterlassnig

I should quit smoking ACAD 2019; Lisa Großkopf  ©  Lisa Großkopf